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ERZÄHLUNGEN |
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Was waren dies für Leute die in Neuhausen früher wohnten? Viele der Eisenbahner waren Münchner, die aus den dörflichen Gefilden kamen und zum Teil sehr arm waren. Den Erzählungen nach möchte ich einige Stereotypen hervorbringen, damit man sich ein grobes Bild machen kann. Es gab z. B. die sogenannten Ordnungsmacher gab es, vor allem in den Eisenbahnersiedlungen in der Sedlmayerstraße. Wenn man es z. B. gewagt hatte, am Wochenende seinen Waschlappen, ja richtig gehört, Waschlappen am Balkon oder am Fenster zum Trocknen aufzuhängen, so wurde es von diesen Ordnungsmachern der Hausverwaltung gemeldet, da dies gegen die Hausordnung verstieß. Mit einer kleinen Strafe war zu rechnen. Streitigkeiten, wie man sieht, waren schon damals an der Tagesordnung und dies wegen Belange, die heute unvorstellbar wären, geht man heute durch diese mittlerweile privatisierte Siedlungen. Aber es gab auch einen sogenannten Zusammenhalt der Haushalte und die Hinterhöfe hatten vor allem für die Kinder etwas Gutes. Die Menschen waren größtenteils arm und mussten um ihr überleben kämpfen, dies änderte sich auch nicht, als der Krieg vorbei war. |
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Eine Bekannte erzählte mir aus ihrer Erinnerung den Wortlaut ihres Vaters, als es einmal in der Siedlung in seiner Wohnung brannte. Aus dem Schlaf gerissen rief er benommen zu seiner Frau, Therese lass es brennen, wir sind ja gut versichert. Natürlich wurde der Brand gelöscht, aber selbiges nur, um zu zeigen, dass es auch schon damals einige Spezies gab, die hier namentlich nicht erwähnt werden, die mit Versicherungen selbst den Ärmsten noch ihr Geld abschwatzten. |
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Zurück zu den Eisenbahnern, die hier wohnten. Was auch die wenigsten wissen ist, dass die meisten Eisenbahner einen Garten am Hirschgarten hatten. Es wurde ja oben eingangs erwähnt, dass etliche aus den dörflichen Gefilden Münchens kamen. Viele bauten dort Gemüsem, Tabak und selbst Wein in den schwierigen Jahren vor und nach dem Krieg an und einige machten selbst vor der Viehzucht, sprich Schweinehaltung und Geflügel keinen Halt. Einige konnten sich nur so über das Gröbste hinweghelfen. Der Hirschgarten selber hatte nach dem Krieg, wie man sich leicht vorstellen kann, viele Bombenkrater und war für die meisten Gartler der ideale Entsorgungsort für ihren Müll, wenn das die heutigen Grünen mitbekommen hätten! Aber andere Zeiten andere Sitten. |
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Eine kleine Geschichte noch zum Schluss über unseren lieben Bekannten, den „Bibi“, wie ihn seine Freunde nennen, ein „Filou“ wie man ihn heute sehr selten noch antrifft. Unvergessen bleibt sein Versuch in den Siebzigern, einen Kleiderschrank, der die doppelte Größe seines damaligen Autos „ein Gogomobil“ hatte, von der alten zur neuen Wohnung zu schaffen. Der Kleiderschrank wurde wie ein Hut über das Gogomobil gestülpt und man sah mehr Schrank als Auto und so wurde dann versucht, diesen als „fahrenden Schrank“ in Neuhausen zu transportieren. Der Anblick als solches war bereits sehr skurril, den Höhepunkt erreichte jedoch die Fahrt, als der Wagen am Rotkreuzplatz, seinen Geist aufgab und nicht mehr anspringen wollte. Auch die wütenden Flüche seitens „Bibi“ wie „Zefix Kistn verreckte„ brachten den Wagen nicht zum starten. Das ganze endete damit, dass Bibi eine Axt aus dem Wagen nahm und den Kleiderschrank nebst Gogomobil klein machte. Jetzt musste natürlich das ganze erst recht eingesammelt und abgeschleppt werden. Kein Wunder, dass es heute keine Gogomobile mehr gibt ;-). |