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 ERZÄHLUNGEN

 

Die Landshuter Allee

Weil mir die Straße am Herzen liegt und ich es schade finde, dass die Straße zu so einer "Autobahn" durch die Stadt geworden ist, möchte ich hier kurz auf diese Straße eingehen.
Sie ist im Jahr 1859 entstanden. Damals war es aber nur eine Bahnstrasse der ehemaligen Bayerischen Ostbahn nach Landshut. Davor waren dort nur Wiesen und Äcker. Die Neuhauser Bauern verkauften den Grund für die Bahnstrecke zu guten Preisen. Ab diesem Zeitpunkt war die Landshuter Allee eine "künstliche" Grenze die den Westen und den Osten Neuhausens trennte. Im Jahr 1892 wurde die Bahnstrasse verlegt und somit enstand eine Straße. Sie hat bis heute eine Länge von 2 km. Im Jahr 1905 wurde auf dem Stück zwischen Arnulfstraße und Nymphenburger Straße eine Allee errichtet und zwar 4 Reihen von Bäumen wurden gepflanzt, es gab große Promenadewege mit Grünflächen, Ruhebänke, Kinderspielplätze und alles war von einer Hainbuchenecke umfriedet. Der Verkehr verlief links und rechts der Allee und es gab jeweils nur eine kleine, schmale Fahrbahn. Ab 1910 wurde auch das Teilstück bis zur Volkartstraße ausgebaut, u. a. wurde auch ein 1000 qm großer Rosengarten gebaut. Erwähnenswert ist auch, dass im Jahr 1912 in der Landshuter Allee das erste Kino Neuhausens "Das Maxim" entstand. Ab dem Jahr 1932 wurde das letzte Teilstück bis zur Dachauer Straße umgestaltet. Mit 54 Metern Breite war damals die Straße der breiteste Straßenzug Münchens. Die Allee wurde damals von allen Bewohnern des Stadtviertels viel besucht. Ihren Namen erhielt die Landshuter Allee im Jahr 1902, vorher wurde sie Fabrikstraße genannt, da sich in der Straße die große Maschinen und Lokomotivenfabrik Krauss befand. Im Jahr 1917 bekam die Straße den Namen "Hindenburgstraße". Wie es damals hieß zu Ehren des General-Feldmarschalls von Hindenburg. Nach der Nazizeit und den beiden Weltkriegen wurde die Straße wieder zur "Landshuter Allee", da die US-Armee damals forderte, dass alle Plätze und Straßen, die an Personen des Dritten Reiches und den Militarismus seit 1914 erinnern, umbenannt werden sollen. Ausführliche Berichte zur Geschichte der Landshuter Allee kann man im Heft Nr. 13, Winter 2004, der Geschichtswerkstatt Neuhausen nachlesen.
In den 60er und 70er Jahren wurde die Straße autogerecht ausgebaut (sie führt zum Mittleren Ring), die Bäume wurden gefällt und sie ist heute die meistbefahrene Straße Deutschlands und gerät immer öfter negativ in die Schlagzeilen, da die Feinstaubmessungen dort die Grenzwerte übersteigen. Es wurden zwar wieder Bäume geplanzt, die aber leider dieser Umweltbelastung nicht standhalten können, um die Luft zu filtern. Vor dem Bau des Mittleren Rings wurden viele Eigenheime an der Landshuter Allee aufgekauft. Die Spekulanten fielen aber bald auf die Nase und mussten schon bald merken, dass die Grundstücke in ihrem Wert sanken, da die Wohnqualität an dieser kurz darauf ausgebauten vielbefahrenen Straße alles andere als lebenswert ist. Es wurde schon öfter von einer "Untertunnelung" der Landshuter Allee gesprochen.Dies wäre wahrscheinlich eine sehr gute Lösung - siehe Petuelring, wo oberhalb des Petueltunnels ein großer Park entstanden ist. Vielleicht können wir eines Tages, oder unsere Nachkommen, wieder die "alte Landshuter Allee" genießen und dort flanieren und die Kinder spielen lassen. Das wäre doch eine wunderbare Vorstellung. Bisher wurde dieses Thema mangels finanziellen Mitteln immer wieder vertagt.
Unter folgenden Links findet man weitere Informationen zum Thema Feinstaub:
Feinstaub-Messungen der Mess-Station an der Landshuter Allee des Bundesumweltamtes  KLICK MICH
Informationen zum Feinstaub der Landshauptstadt München KLICK MICH
Hier noch einige Fotos zur Landshuter Allee, bitte auf das jeweilige Bild klicken, um es zu vergrößern:

landshuter1.jpg

landshuter3.jpg

landshuter2.jpg

landshuter4.jpg

landshuter5.jpg

 

Nachtrag, Februar 2009:
Seit Jahren wird vom Bezirksausschuss Neuhausen nun Tunnel für die Landshuter Allee gefordert, bislang leider ohne Erfolg. Anfang 2009 wurde von Bürgerinnen und Bürger aus dem Stadtteil Neuhausen eine Initiative "Pro-Landshuter-Allee-Tunnel" gegründet. Bis Mitte Februar 2009 sagten 250 Bürger/innen ihre Unterstützung zu. 5000 Postkarten wurden bisher an Bürger/innen im Stadtteil verteilt. Die Bürgerinitiative möchte nun alles dran setzen, den Tunnelbau zu realisieren. Unglaublich ist, dass ein solcher Tunnel vor fünf Jahren schon auf Platz zwei in er Planungsgruppe "Mittlerer Ring" war. Leider kamen erst folgende Tunnel zum Zug: Petueltunnel, Luise-Kiesselbach-Platz, Richard-Strauss-Straße, die entweder schon fertig sind oder schon im Bau. Anscheinend gibt es sogar einen Rechtsanspruch auf den Schutz vor Feinstaub. Mehr können Sie im folgenden Artikel des Neuhauser-Nymphenburger Anzeigers nachlesen.

 

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